Eene meene mu, der Abgrund, das bist du!

Mach nie die Tür auf, laß keinen rein. Mach nie die Tür auf, sei nie daheim. Ist erst die Tür auf, dann ists zu spät, Denn du weißt nie, wer draußen steht. (Aus "Ding Dong" von EAV)

„From a Freudian perspective the face itself is the ultimate mask, that conceals the horror of what in judeo-christian tradition is called „neighbour“; which is precisely „the terrifying other“, the abyss of the other, the other, from whom we don’t know, what he or she wants.“ (Slavoj Žižek)

„Das Fremde“ hätte demnach wenig mit Nationalität, Herkunft oder Kulturzugehörigkeit zu tun und mehr mit dem Phänomen „des Anderen“ an sich. Jenes „schreckenerregenden Anderen“, der in jedem Menschen steckt und dessen entsetzliche Fremdheit im Normalfall von der Maske seines Gesichts verdeckt wird. Nichts macht uns die Funktion des Gesichts als einer ultimativen Maske so gnadenlos deutlich, wie die Verhüllung von Gesichtern. Denn wir lernen dabei – wenn wir es denn zulassen -, dass auch ein Gesicht in der Regel nur zeigt, was gezeigt werden soll und nicht das Unbekannte, das dahinter tatsächlich vorgeht.

Das christliche Gebot der Nächstenliebe wäre also die klare Aufforderung, diese Angst zu überwinden, … nicht beim Anderen, … bei sich selbst!

Wo sind sie, die gestandenen französischen Bürger …

… wenn mitten unter ihnen an einem Strand eine Bürgerin von einer unzivilisierten Rotte angeblicher Repräsentanten der Republik überfallen und genötigt wird? Wer eilt zu Hilfe, um das Recht dieser Bürgerin auf Selbstbestimmung zu schützen? Diese Screenshots sagen alles über den derzeitigen Verrottungszustand einer Nation, die einst symbolisch für Bürgerrechte stand: Französische Bürger von heute sitzen, glotzen und halten ihren Mund, wenn die Büttel ihres Unrechtssystems wehrlose Menschen schikanieren. Pfui Teufel! Schande über Euch und Euer Land! Marine Le Pen kann ruhig zu Hause bleiben. Ihr habt Eure „Demokratie“ in vorauseilendem Gehorsam schon ohne sie demontiert und ruiniert.

"So I claim, that the true threat to Europe are not refugees, even if ten million islamists enter Europe. The true threat to Europe are the defenders of Europe today, those nationalist anti-immigrant defenders. If they come to power, that will be the real end of Europe." (Slavoj Žižek)

null

Mehr oder weniger?

Dürre Zeiten drohen. Das „Handelsblatt“, der deutsche Wasserstandszeiger des globalen Kapitalismus, hat sein Layout geändert, sprich: Man hat einen Weg gesucht (und gefunden!), mit viel weniger Einsatz mehr herauszuholen. Leider ist damit nicht die Absenkung des Abonnementspreises und/oder die Erhöhung der informativen Ausbeute für den Leser gemeint. Das „Handelsblatt“ folgt vielmehr dem allgemeinen Trend unseres fabelhaften Wirtschaftssystems und senkt seine eigene Leistung durch sagen wir mal: „kreative Seitengestaltung“.

„Bunt und übersichtlich“ ist das Motto und deshalb liebt man Grafiken neuerdings noch mehr. So sehr, dass man damit jeden Tag gleich eine ganze Doppelseite füllen zu sollen glaubt. Sieht man sich die „Handelsblatt GRAFIK“ vom 1. August 2016 an (Foto), so versteht man augenblicklich. „Handelsblatt 4.0“ bezahlt einen billigen Grafiker dafür, ein paar schnelle 3D-Diagramme aus dem Vektorzeichenprogramm zu holen und lässt dann eine redaktionelle Hilfskraft noch ein paar Zahlen zuordnen.

Dass am Ende auch noch ein Rechenfehler drin ist, könnte man als „sympathisch, da menschlicher Touch!“ verkaufen (Mal sehen, ob Sie den Fehler finden. Ein Tipp: Achtmal 3,1 sind nach Adam Riese 24,8. Leider, leider, leider würde aber „knapp achtmal so viel Geld … wie in ganz Deutschland“ nicht annähernd so beeindruckend klingen wie „mehr als achtmal so viel Geld … wie in ganz Deutschland“). Ach so, doch kein Fehler, sondern geschicktes Meinungsmarketing. Sorry!

Ach, was wichtig? Ist ja eh bloß für Handelsblattleser! Die können bekanntlich nicht rechnen. Die sind so blöd, dass man ihnen jeden Tag aufs Neue zeigen muss, wo auf dem Globus welche Region nun genau ist. Dazu verwendet man wieder den „Grafik-Trick“:

Infos, die eigentlich auf ein Zehntel der Fläche passen würden, kann man so zum zehnfachen Wert (abzüglich billige Grafik-Kosten) verkloppen. Und der Handelsblatt-Consumer lernt immerhin nebenbei noch Geografie! Wenn das nicht aller Mühen und grafischen Zaubertricks wert ist?

Was!?

Aus dem Tod erwachend
Verlasse ich den Tod
Ziehe mir einen Tod über
Mache mir einen Tod
Trinke den Tod
In hastigen Schlucken
Steige in meinen Tod
Fahre in meinen Tod
Erledige meinen Tod
Fahre zurück in den Tod
Mache mir einen Tod
Esse den Tod
Mit hastigen Bissen
Sehe in den Tod
Schlüpfe in den Tod
Gleite in den Tod

Ein Nachbar sprach mich gestern im Supermarkt an und erzählte mir, wie sehr ihn der Amoklauf vom vergangenen Freitag belaste, wie schwer er persönlich davon betroffen sei. Schließlich habe er mit seiner Familie vor Jahren auch mal in diesem Stadtteil gelebt. Außerdem habe er just am Freitagabend kurz vor dem Gemetzel beschlossen, am nächsten Morgen im Olympia-Einkaufszentrum shoppen zu gehen. Man stelle sich vor, der Amokläufer hätte sich plötzlich entschieden, vor der Tat noch mal richtig auszuschlafen!

Hatte er aber nicht. Noch während seiner abendlichen Gewaltorgie waren in den „sozialen“ Medien und in der Live-Stream-Presse Gerüchte hochgekocht, wo in München gerade weitere Massaker durch andere Attentäter verübt würden. Blitzschnell war es in diesen Stadtteilen zu panikartigen Massenreaktionen mit kreischenden, weinenden, kopflos durch die Gegend rennenden Menschen gekommen.

Das Boulevardblatt „tz“ hatte am Tag darauf mit „Angriff auf München!“ aufgemacht. Das war unabsichtlich korrekt. Unabsichtlich, weil sich die Schlagzeile auf drei mit „Langwaffen“ ausgestattene Täter bezog, die es gar nicht gab. Aber dennoch korrekt, weil eine Unmenge anderer „Täter“ gruselig scharfe Fantasiemunition aus den Tiefen ihrer Seelen holten, in ihre Handys luden und sofort in alle Richtungen verballerten. Man konnte sich des Eindrucks kaum erwehren, dass diese Bedrohungslyriker eine hysterische Freude daran hatten, temporär in einer „Todesgefahr light“ zu schweben.

In ihrem Kommentar zu den aktuellen Gewalttaten machte die tschechische Zeitung „Hospodarske Noviny“ folgenden Erklärungsversuch: „Sie sind Zeichen einer sozialen Pathologie, die von der modernen Gesellschaft hervorgebracht wird – und nicht immer und zuallererst durch äußere Feinde. Die Details sind jedes Mal anders, aber grundsätzlich scheint es sich um eine Krankheit der Gesellschaft zu handeln, die sich selbst hartnäckig als gesund ansieht.“

Solange man ihm sicher entkommt, ist die Begegnung mit dem Tod ein Vergnügen. So ein morbides Stelldichein erzeugt eine Mischung aus Angst, Lust und Schadenfreude. Der dreifache Gewinn des Überlebenden besteht darin, dass es erstens ihn hätte treffen können, dass er zweitens verschont geblieben ist und dass er dadurch drittens in die Lage versetzt wurde, das Ausmaß der Katastrophe aus einem postkatastrophalen Blickwinkel heraus zu betrachten. So ähnlich wie in Douglas Adams‘ „Restaurant am Ende des Universums“, von dem aus man sogar die ultimative Katastrophe, den Weltuntergang in völliger Sicherheit miterleben kann. Ein anderes, weniger fiktives Beispiel wäre die televisionäre Beobachtung sinkender Flüchtlingsschaluppen und in den Wellen treibender schwarzer Wasserleichen im Mittelmeer. Aber lassen wir das, es könnte uns den Spaß verderben.

In einer der Montalbano-Kurzgeschichten von Andrea Camilleri begeht ein Todkranker einen Mord, weil er es nicht aushält, dass der verhasste Nachbar ihn überleben und dann auf seiner Beerdigung mitmarschieren könnte. „Du gehst mir nicht nach!“ schreit er während seiner Wahnsinnstat. Wo der Tod früher als großer Gleichmacher gesehen wurde, als Beender der Eitelkeit und Hersteller finaler Gerechtigkeit, sehen wir heute die größte Ungerechtigkeit. Warum dürfen die weiterleben und ich nicht?

Der Gedanke an die Unvermeidbarkeit unseres eigenen Ablebens ist unerträglich geworden. Er wird ins tiefste und dunkelste Verließ unserer Seele verdrängt, von wo aus er dann seine unheilvollste, weil rational nicht mehr beeinflussbare Wirkung entfalten kann. Wo es für unsere Vorfahren ein tägliches „Memento mori“ gab, wollen wir nur noch „Rundumsorglos-Pakete“ akzeptieren. Wo man sich einst den Weg in die postmortale Dunkelheit mit gleißenden Jenseitshoffnungen zu erhellen suchte, bauen wir auf rasche Erfolge von Wissenschaft und Technologie im Kampf gegen den Tod, den wir nicht mehr als Teil des Lebens betrachten, sondern nur noch als einen – hoffentlich bald schon vermeidbaren – Unfall.

„Und Hiob starb alt und lebenssatt“ lesen wir im Alten Testament. Ein wichtiger Hinweis! Zufrieden sterben können, das setzt offenbar ein vollwertiges Gelebt- und Gekämpfthaben voraus. Und Hiob hat – weiß Gott! – gekämpft und gelebt. Was ist mit uns? Ist unser panisches Verdrängen des Todes nicht vielleicht ein Hinweis darauf, dass mit unserer Art zu leben etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist? Dass unser Leben und Kämpfen mehr und mehr zu einem Lebens- und Kampfsurrogat geworden sind, von dem wir nicht richtig lebenssatt und lebensmüde werden können? Nicht satt und müde genug, dass uns der Tod am Ende zum willkommenen Schlaf werden könnte?

Erregt uns ein Beinahe-Tod, dem wir glücklich entgangen sind, deshalb so sehr, weil wir in ihm für einen kurzen Moment die unglaubliche Schönheit, Kraft und Kostbarkeit unserer einzigen kurzen Daseinschance erfühlen? Verlangt unser tiefstes Unbewusstes inzwischen gar nach der Symbolkraft solcher Angriffe und Schocks, um einen kurzen, hypehaften „Memento mori“-Effekt zu erzielen? In einem Leben, das immer mehr den Charakter eines Untotseins annimmt?

Das wäre gut und schlimm zugleich. Gut, weil es bewiese, dass wir noch nicht so vollständig sediert sind, wie das totalitäre Regime des verselbstständigten technokratischen Weltapparats es gerne hätte. Schlimm, weil die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass wir den stimulierenden Umgang mit dem Tod nur als Droge verwenden, die uns angenehme Träume macht und von der immer größere Dosen benötigt werden, um die Wirkung zu erhalten. Waren die beiden Weltkriege des zwanzigsten Jahrhunderts vielleicht Ergebnisse solcher exponentiellen Suchtverläufe?

Dieser Beitrag von Kiril Eleison wurde zuerst auf hölderölderskjöld veröffentlicht.

Die schier unendliche Reihe von Verantwortungslosigkeiten und Niveauunterbietungen in der deutschen Presse findet in der Berichterstattung über den Amoklauf in München einen neuen Tiefpunkt. Dabei fällt auf, dass zusätzlich zum Boulevard nun auch der sich „seriös“ gebende „Münchner Merkur“ beim Unterbietungswettbewerb der Geschmacklosigkeiten mitmacht. Ungeachtet der Tatsache, dass Verleger Dirk Ippen dem crossmedialen Konzept von Ex-Chefredakteurin Bettina Bäumlisberger nicht folgen wollte, wurde mit diesem unsäglichen Beitrag auf „Merkur.de“ der unterste Bodensatz der Dumpfheit veröffentlicht. Das in diesem „Interview“ erwähnte Originalvideo aus dem Internet hatten, wie zu erwarten, zuerst „BILD.de“ und kurz darauf auch die „tz“ in ihr Erregungsangebot aufgenommen. Ein Anwohner aus der Nachbarschaft des Olympia-Einkaufszentrums lässt sich darin auf ordinärstem Niveau („Arschloch“, „Wichser“, „Kanake“) über den Amokläufer aus. Dass die „tz“ – und mit ihr in schönster „Crossmanier“ auch „Merkur.de“ – dann noch ein „Interview“ mit diesem Menschen nachschoben, in dem er zusätzlich seine Meinung kundtun darf, dass sowas wie der Amokläufer einfach „weg gehört“, bekräftigt den Eindruck, dass auch beim „Münchner Merkur“ sich der Fahrstuhl des Niveaus scheinbar unaufhaltsam auf „Unterste Schublade“ zubewegt.

"Das Schicksal des psychisch entgleisten Attentäters aus München, aber auch andere Fälle von Gewalt durch junge Menschen deuten auf innere Beweggründe hin. Sie sind Zeichen einer sozialen Pathologie, die von der modernen Gesellschaft hervorgebracht wird - und nicht immer und zuallererst durch äußere Feinde. Die Details sind jedes Mal anders, aber grundsätzlich scheint es sich um eine Krankheit der Gesellschaft zu handeln, die sich selbst hartnäckig als gesund ansieht" (Hospodarske Noviny / 25. Juli 2016)

Wo bleibt die Antwort aus Berlin, Paris, Brüssel, London, Rom, Warschau, Madrid …???????


Karikatur: © 2015 by Carlos Latuff

Gedanken am Morgen des 25. Juli 2016:

"Sein Asylantrag war abgelehnt worden. Er war in psychiatrischer Behandlung und der Polizei bekannt." (SZ-online, 25. Juli 2016). Einfache Fragen: Wie kommt der Mann an eine Bombe? Was sind unsere hochgelobten Sicherheitskräfte wert?

Hat schon mal jemand darüber nachgedacht, die Hintergründe der Taten von Würzburg und Ansbach auf einen türkischen Geheimdiensthintergrund hin zu untersuchen? Niemand profitiert von solchen Attentaten in Deutschland (und speziell in Bayern!) mehr als Recep Tayyip Erdoğan und seine Umgebung. Die Verbrechen steigern in Deutschland erheblich die Angst vor einer weiteren Flüchtlingswelle und verhindern dadurch jegliches konsequente Regierungshandeln gegen den protofaschistischen Umbau der Türkei durch Erdoğan.

Man weiß noch nicht, wie es zu dem „Putschversuch“ vom 15./16. 07. 2016 gekommen ist und wer letztlich dafür verantwortlich ist. Vielleicht wird man das auch nie herausfinden. Klar ist nur eins: Mit diesem Ereignis ist Recep Tayyip Erdoğan seinem Ziel einer totalen Machtergreifung in der Türkei ein gewaltiges Stück nähergekommen.

Erdoğan und seine Umgebung nutzen den syrischen Bürgerkrieg (den sie selbst mit ausgelöst und bewusst verschärft haben) und die aus diesem Ereignis resultierende Flüchtlingswelle dazu, Europa zu paralysieren und auszumanövrieren, um ein großtürkisches Hegemonialsystem aufbauen und installieren zu können. Die bereits vor dem Putsch begonnenen und nun deutlich gesteigerten Verhaftungs- und Entlassungswellen gegen türkische Abgeordnete, Journalisten, Richter, Militärs und andere gesellschaftliche und Berufsgruppen erinnern fatal an die Gleichschaltungspolitik der deutschen Nationalsozialisten ab 1933. Die derzeitige Appeasementpolitik des Westens ist gänzlich ungeeignet, die unheilvolle und für die Zukunft Europas völlig inakzeptable Entwicklung der Türkei in den Griff zu bekommen. Massive Konsequenzen müssen umgehend gezogen werden. Andernfalls wird Europa auf lange Sicht destabilisiert und geschwächt werden. Jetzt ist der ultimative Zeitpunkt für die Gründung einer explizit europäischen Außenpolitik und einer diesem Zweck dienenden gesamteuropäischen Militärmacht gekommen. Wer diesen historischen Moment verpasst, wird die Konsequenzen zu verantworten haben. Nebenbei: Die Türkei in ihrem derzeitigen politischen Zustand kann und darf kein NATO-Mitglied bleiben!

Zur Erinnerung:

Journalistenfrage: "Kann die Türkei zu einem Präsidialsystem umgebaut werden und zugleich zentralstaatlich organisiert bleiben?"

Antwort Erdoğan: "Es gibt aktuell Beispiele in der Welt und auch Beispiele in der Vergangenheit. Wenn Sie an Hitler-Deutschland denken, haben Sie eines. In anderen Staaten werden Sie ähnliche Beispiele finden."

Die Reaktion des Karikaturisten Carlos Latuff auf diese Antwort Erdoğans war am 01. 01. 2016 im „Guardian“ zu sehen:

Nein heißt Nein? … Seit wann?

Ich weiß nicht, wie oft ich den Idioten, die mich anrufen, anschreiben, anmailen, die leibhaftig vor meiner Haustür auftauchen, die mich bequasseln und mir dabei irgendeinen Scheiß andrehen wollen, ich weiß nicht, wie oft ich diesen Arschgeigen mit ihren unsittlichen Angeboten, diesen Exhibitionisten, die mir ihre obszönen Sprechtitten, Lockmösen und Preiskampfschwänze entgegenstrecken, wie oft ich denen schon gesagt habe: „NEIN!“

Hat es was genützt? NEIN! Es hat einen Scheißdreck genützt. Denen kannst du NEIN ins Gesicht schreien und sie grabschen weiter lüstern stöhnend nach deiner Brieftasche, deinen Kontoverbindungen, deiner Mastercard, deinen Daten. Diese unverschämten Geilfinken werden niemals aufhören, dich anzubaggern, diese Marketingfotzen, diese Muskelwichser, diese Unterhosenschnüffler, diese geschminkten und aufgebrezelten Widerlinge. Nein heißt eben leider NICHT Nein. Eure sinnlosen Gesetze könnt ihr also zusammenrollen und in den Arsch stecken. Stopp! In Euren, nicht in meinen. NEIN!

"Je mehr die Gesetze und Befehle prangen, desto mehr gibt es Diebe und Räuber." Tao Te King, Kapitel 57

Dialogauszug aus der deutschen Fassung des Drehbuchs zu „Das Leben des Brian“ von Monty Python (Erscheinungsjahr 1979 / im verlinkten YouTube-Video von 0:00 bis 1:49). Damit ist alles Notwendige zum Thema Gendergerechtigkeit gesagt. Eine weitere Diskussion erübrigt sich.

Judith:
Ich muß dir sagen, Rech. Jede antiimperialistische Gruppe wie die unsere muß eine solche Interessendivergenz innerhalb ihrer Machtbasis reflektieren.
Rech:
Einverstanden. Francis?
Francis:
Ja. Ich glaube Judiths Gesichtspunkt ist sehr stichhaltig. Vorausgesetzt, die Bewegung vergißt niemals, dass es das unveräußerliche Recht eines jeden Mannes ist...
Stan:
Oder Frau...
Francis:
...oder Frau, dass er sich selbst verachtet.
Stan:
Oder sie sich selbst...
Francis:
...oder sie sich selbst.
Rech:
Einverstanden.
Francis:
Danke Bruder.
Stan:
Oder Schwester...
Francis:
...oder Schwester. Hhh. Wo war ich?
Rech:
Ich glaube, du warst fertig.
Francis:
Oh. Richtig.
Rech:
Darüber hinaus ist es das Geburtsrecht eines jeden Mannes..
Stan:
Oder Frau...
Rech:
Warum hörst du nicht endlich mit den Frauen auf? So kommen wir zu keinem Ende.
Stan:
Die Frauen haben ein natürliches Recht, in unserer Bewegung eine Rolle zu spielen.
Francis:
Warum redest du nur pausenlos über Frauen, Stan? 
Stan/Loretta:
Weil ich eine sein möchte... 
Rech:
Was?
Stan/Loretta:
Ich möchte eine Frau sein. Ich möchte, dass ihr... dass ihr mich von jetzt an Loretta nennt.
Rech:
Was?
Stan/Loretta:
Das ist mein Recht als Mann.
Judith:
Ja, aber warum möchtest du Loretta sein, Stan?
Loretta:
Weil ich Babys haben möchte.
Rech:
Was möchtest du haben? Babys???
Loretta:
Jeder Mann hat das Recht, Babys zu haben, wenn er sie haben will.
Rech:
Aber, aber du kannst keine Babys haben.
Loretta:
Unterdrücke mich bitte nicht.
Rech:
Ich unterdrücke dich überhaupt nicht, Stan. Aber du hast keine Mumu. Eine Gebärmutter hast du auch nicht. Wie soll denn das funktionieren? Willst du's in 'ner Zigarrenkiste aufheben?
Judith:
Warte. Ich habe eine Idee: Nehmen wir an, dass ihr euch darauf einigt, dass er keine Babys bekommen kann, weil er keine Gebärmutter hat, woran niemand schuld ist, nicht mal die Römer, aber dass er das absolute Recht hat, Babys zu bekommen.
Francis:
Gute Idee, Judith. Wir kämpfen gegen die Unterdrücker, für dein Recht Babys zu haben, Bruder. Hhh! Verzeihung! Schwester.
Rech:
Das ist doch aber sinnlos.
Francis:
Was?
Rech:
Es ist vollkommener Blödsinn, für sein Recht, Babys zu bekommen zu kämpfen, wenn er keine Babys bekommen kann.
Francis:
Es ist ähm, symbolisch. Für unsere Ringen gegen die Unterdrückung.
Rech:
Symbolisch für sein Ringen gegen die Realität.

„Aber es geht doch gerade um jene Realität, auf deren Grundlage die Rollen verteilt werden. Und diese Realität zu bekämpfen, IST unsere Aufgabe.“ Wer dennoch in dieser Richtung weiterdiskutieren möchte, dem sei gesagt: Vergiss es! Es geht nicht um Gender, es geht ganz allgemein um Individualität und Sozialität: Starke Individuen in einer starken Gemeinschaft, davon sind wir heute weiter entfernt denn je. Ich behaupte: Selbst im Nationalsozialismus hat es mehr Chancen zu gelebter Individualität gegeben als heute und verweise auf die Beiträge von D.Gutnacht und Hanns N. Mair in diesem Blog.

Der Textauszug ist dieser Webseite entnommen (aus der 6. Szene). Danke fürs Teilen!

TerrorSigmund01

Bezugnehmend auf einen angeblich von der Bundesstaatsanwaltschaft vereitelten möglichen Terroranschlag schreibt der „Ressortleiter Politik“ Thomas Sigmund in der heutigen Ausgabe des „Handelsblatt“: „Die deutschen Sicherheitsbehörden arbeiten professionell“„Die Bürger können unseren wachsamen Sicherheitsbehörden dankbar sein.“ Er meint hier jene Sicherheitsbehörden, die alles getan haben, um die vollständige Aufklärung des organisierten NSU-Terrorismus zu hintertreiben. Jene Behörden, die es nicht geschafft haben, mehr als nur eine winzige Handvoll Täter aus bald zweitausend Anschlägen auf Asylbewerberunterkünfte zu identifizieren. Jene Behörden, deren Personal im Bundesland Sachsen zu mindestens einem Viertel selbst aus Rechtsextremisten besteht. Jene Behörden, die die zweifelhaften Informationsweitergaben eines zweifelhaften französischen Geheimdienstes, erlangt aus zweifelhaften Geständnissen eines zweifelhaften terroristischen Kronzeugen dazu verwendet haben, um ein paar zweifelhafte Leute hinter Gitter zu stecken, denen man aber bislang keine konkrete Tatvorbereitung nachweisen konnte.

TerrorSigmund02

Derlei kritische Gedanken gehen einem Thomas Sigmund natürlich nicht durch den Kopf. Er schreibt stattdessen: „Es lohnt … ein Blick nach Israel“, denn „Davon kann auch Deutschland lernen“. Wie man nämlich mittels „ausgefeiltester Sicherheitstechniken“ jahrzehntelang mit dem Terror lebt. Und dann lässt er endlich die Katze aus dem Sack: „So bitter es ist: Die Bürger werden weiter an Freiheiten einbüßen, um sicher leben zu können.“ Denn: „In Deutschland wächst eine Hydra heran, der man gar nicht so schnell die Köpfe abschlagen kann, wie sie nachwachsen.“

Ach, lieber Herr Sigmund, bevor Sie Bilder aus der griechischen Mythologie bemühen, lesen Sie doch wenigstens bei Wikipedia nach: „Die ‚Hydra‘ gilt … als sprichwörtliches Gleichnis für Situationen, wo jeder Versuch einer Eindämmung oder Unterdrückung nur zu Ausweitung einer Eskalation führt. Die Hydra steht also für das, was man nur ‚kleinhalten‘ kann, indem man es unberührt lässt.“ Der frontale Angriff auf die angebliche Hydra legt also Verräterisches nahe: Dass sie nämlich wachsen SOLL! Der siech und schwindlig dahintaumelnde Endkapitalismus scheint dringend etwas zu suchen, das noch verwerflicher und gefährlicher erscheint als er selbst.

Offenbar braucht er für sein weiteres Überleben eine mehrheitlich geduldete, gewünschte, ja gar erflehte Einschränkung der informationellen Selbstbestimmung, die Hinnahme des angeblich Unvermeidlichen durch die sogenannte „demokratische“ Mehrheit der Gesellschaft. Dies ist die Richtung, aus der die übelriechenden Angstwinde des Herrn Sigmund tatsächlich wehen. So verhält es sich also … mit Thomas Sigmund, mit dem gegenwärtigen Kapitalismus und mit dem wunderbar systemerhaltenden Terror.

Übrigens: Was wurde eigentlich aus dem tatsächlich stattgefundenen, also nicht geheimdienstlich zusammenfantasierten Terroranschlag in Düsseldorf vom 27. Juli 2000 (Ackerstraße)? Damals wurden Einwanderer aus Russland, der Ukraine, Kasachstan und Aserbaidschan zum Teil lebensgefährlich verletzt, eine schwangere Frau verlor ihr Kind. Ein rechtsterroristischer Hintergrund wurde gemutmaßt. Die "professionellen deutschen Sicherheitsbehörden" schlossen die Ermittlungen nach neun Jahren ergebnislos ab. So sieht der Sauhaufen tatsächlich aus.

"Seit es die 'Alternative für Deutschland' gibt, besitzt auch unser Land eine Unmöglichkeitspartei, der die Sympathien zahlloser Frustrierter zufliegen. Sie mischt sich ins gesamteuropäische Konzert der Unqualifizierten mit landeseigenen Tönen ein." (Peter Sloterdijk aus: "Von politischen Epidemien" / "Handelsblatt" vom 15.-17. Juli 2016)

Wir haben der AfD dafür zu danken, dass sie ein wertvolles Gut ins Licht der Aufmerksamkeit zurückholte, das jahrzehntelang am Grund einer ekligen und verlogenen „Konsens“-Suppe gelegen hatte. Die Erkenntnis nämlich, dass jede Politik, die diesen Namen verdient, aus Feindschaft geboren und von Feindschaft getrieben ist. Erst wenn der Masse bewusst wird, dass im politischen Raum etwas Feindliches und daher Inakzeptables existiert, kann ein wirksamer politischer Kampf zu dessen Beseitigung beginnen.

Die „Alternativlosigkeit“, die wir von der sozial-konservativ-liberalen Riege der Wirtschafts- und Polittechnokraten bis zum Abwinken erklärt bekamen, war nichts anderes als der hilflose Versuch, ein allerletztes weißes Laken über die unerträglichen und mit konsensualen Mitteln unlösbaren Widersprüche unserer derzeitigen Gesellschaftsordnung zu breiten.

Dank der AfD ist die Phase dieses Schein-Konsenses beendet. Man sollte den Funktionären dieser Partei nicht übelnehmen, dass das von ihnen präsentierte Feindliche und Inakzeptable nur ein Pappkamerad ist. Sie wissen und können es eben nicht besser. Deshalb wiederholen sie mit ihrem primitiv-identitären Antiislamismus nur den gemeingefährlichen Unfug, den Nationalkonservative im Kaiserreich und in der Weimarer Republik mit dem Antisemitismus vorexerzierten. Man lese dies, mehr als unserem Freund und Kampfgenossen Ricardo Sack fällt mir zu Björn Höcke und seinesgleichen auch nicht ein.

Formal betrachtet hat die AfD also einen Volltreffer erzielt, indem sie einen essentiellen Mechanismus des politischen Kampfes wieder gängig und für breite Bevölkerungsgruppen zugänglich gemacht hat. Inhaltlich dagegen ist die Petry-Truppe völlig blind. Erreichte sie ihre politischen Ziele tatsächlich, würden sich die schon jetzt kaum mehr zu ertragenden Widersprüche unserer Gesellschaft nur noch weiter verschlimmern.

Es bleibt daher das ohnehin Wahrscheinliche zu wünschen übrig: Dass die AfD der historischen Dialektik zum Opfer fallen und von ebenjenem Mechanismus, den sie reaktivierte, im weiteren Verlauf aus dem Spiel gekickt werden wird.

"Aus meiner Verwerfung der AfD habe ich nie ein Geheimnis gemacht und dies bereits in einer Phase, als sie noch nicht die Fratzen des Antisemitismus, der Xenophobie und des Willens zur Verantwortungslosigkeit zeigte, die heute zutage getreten sind." (Peter Sloterdijk; a.a.O.)

Faymann kann kein Deutsch

Unglückliches Österreich!

Im heutigen Handelsblatt wird der gerade im Rücktritt begriffene Bundeskanzler der Republik Österreich mit folgenden Worten zitiert: „Dieses Land braucht einen Kanzler, wo die Partei voll hinter ihm steht.“ Nun sollte ein Regierungschef, wo die Landessprache nicht beherrscht, tatsächlich schnellstens abtreten. Das Problem für die Österreicher ist leider nur: Mit Faymanns wahrscheinlichem Nach-Nachfolger Heinz-Christian Strache wird ein Mann an den Ballhausplatz gelangen, gegen den der jetzige Kanzler geradezu ein Sprachkünstler ist.
Beiden Geistesgrößen (und vielen ihrer Parteimitglieder in SPÖ und FPÖ) ist übrigens die Haltung gemeinsam: Ausländer sollen sich integrieren und dazu vor allem die deutsche Sprache gründlich erlernen. Man sollte ihnen antworten: Erziehung ist Vorbild und Liebe. Strengt euch an, Leute! In beiden Bereichen ist bei euch noch massig Luft nach oben.

ISIS-Denkmal in Landsberg am Lech

Ist das ein IS-Denkmal? In Landsberg?!

Wir prüfen derzeit eine Anzeige gegen die Stadt Landsberg wegen propagandistischer Unterstützung terroristischer Aktionen, Verherrlichung von Gewalt und öffentlicher Sympathiebekundung für fundamentalistische Ideologien.

Nein, Spaß beiseite. So ehrt die Stadt am Lech ihre gefallenen Helden aus dem 1870/71er-Krieg gegen Frankreich (übrigens: eine der Ursachen für Versailles 1919, das selbst wiederum eine der Ursachen für den Aufstieg des Anstreichers aus Braunau war).

Was unterscheidet diese Sicht auf „unsere“ „Helden“ von der Sicht gewisser Muslime auf „ihre“ „Märtyrer“? Dass die einen mit Karabiner und Bajonett im „Feindesland“ gefallen sind, die anderen mit Sprenggürteln bei den „Ungläubigen“? Dass sie angeblich im „heil’gen Kampfe“ fielen, wird von beiden Seiten behauptet. Erklärt uns mal jemand den Unterschied, bitte?

Über die frappierende Alternativlosigkeit in der deutschen Politik …

… und deren erschütternde Konsequenzen.

Wer die folgenden Zitate aus den Jahren 1973 bis 2011 einander gegenüberstellt, bekommt eine solide Antwort auf die Frage, wie die unsägliche Partei der Blaumiesen (vulgo „AfD“) in Deutschland zu derartiger Zustimmung gelangen konnte. Die AfD muss als genuines Produkt von Gerhard Schröder, Angela Merkel, Guido Westerwelle und anderen ignoranten Predigern der neoliberalen Alternativlosigkeit begriffen werden. Die vornehmste, systemerhaltende Funktion der AfD: Sie versammelt die Wutbürger und setzt sie zum Dampf ablassen auf die falsche Schiene. So verpufft deren Engagement. Statt funktionierende Lösungen für die eigentlichen Probleme zu finden, bekommen sie bei den Blaumiesen den Islam als Ursache für alle Übel dieser Welt angeboten. Darüber dürften sich vor allem die Profiteure des globalen finanzkapitalistischen Ausbeutersystems freuen. Für sie ist es eine bequeme Sache, wenn sie die Schuld an der kommenden Weltwirtschaftskrise auf einen Sündenbock abwälzen können.

Siehe auch das interessante Interview mit Georg Seeßlen auf SPON.

Aus der Jury-Begründung der „Gesellschaft für deutsche Sprache“, das Wort „alternativlos“ zum „Unwort des Jahres“ 2010 zu küren:

„Das Wort suggeriert sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe. Behauptungen dieser Art sind 2010 zu oft aufgestellt worden, sie drohen, die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung zu verstärken.“

Aus Heinz von Foerster: „Über das Konstruieren von Möglichkeiten“ (1973):

„Handle stets so, dass die Anzahl der Wahlmöglichkeiten größer wird!“

Aus Heinz von Foerster: „Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners: Gespräche für Skeptiker“ (1999):

„[Man soll] die Aktivitäten eines anderen nicht einschränken, sondern es wäre gut, sich auf eine Weise zu verhalten, die die Freiheit des anderen und der Gemeinschaft vergrößert. Denn je größer die Freiheit ist, desto größer sind die Wahlmöglichkeiten und desto eher ist auch die Chance gegeben, für die eigenen Handlungen Verantwortung zu übernehmen. Freiheit und Verantwortung gehören zusammen. Nur wer frei ist – und immer auch anders agieren könnte –, kann verantwortlich handeln.“

Die Medaille von Karl Goetz nimmt Bezug auf die Anwesenheit von französischen Soldaten afrikanischer Abstammung während der Besetzung des Rheinlandes nach dem ersten Weltkrieg

„Bei den Fehlern und Lastern, die dem Türken [des 17. und 18. Jahrhunderts] zugeschrieben wurden, standen zwei Themen im Vordergrund: Willkür der Machtausübung und hemmungslose sexuelle Lust. Diese Themen waren dermaßen verbreitet und die Begriffe, in denen sie in der Literatur wie in den bildenden Künsten artikuliert wurden, dermaßen krass, dass man sich genötigt sieht, die Erklärung hierfür in der europäischen, nicht in der türkischen Psyche zu suchen. Immerhin haben wir Abendländer mehr als einmal unsere geheimsten Hoffnungen und Ängste auf fremde Völker projiziert.“
Aus: Bernard Lewis (1996): Kaiser und Kalifen. Christentum und Islam im Ringen um Macht und Vorherrschaft


Der brasilianische Cartoonist Carlos Latuff nimmt mit seinen Karikaturen hin und wieder auch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan aufs Korn. Der türkischen Regierung gefällt das nicht (s. Bild oben) und deshalb ist Latuffs Blog nun in der Türkei nicht mehr über das Internet zu erreichen.

Tja, wo sind sie denn nun alle, die mutigen „Charlies“, die Verteidiger der Meinungsfreiheit? Wir waren nie „Charlie“ aber wir verteidigen Latuffs Freiheit, die Politik Erdoğans zeichnerisch aufs Korn zu nehmen:

Nachtrag am 03. 07. 2016 / Meldung unseres Sicherheitssystems:
"A user with IP address 176.41.150.121 has been locked out from the signing in or using the password recovery form for the following reason: Exceeded the maximum number of login failures which is: 20. The last username they tried to sign in with was: 'admin'
User IP: 176.41.150.121
User hostname: host-176-41-150-121.reverse.superonline.net
User location: Izmir, Turkey"

Das Münchner Institut für Zeitgeschichte legt heute eine wissenschaftlich kommentierte Neuauflage von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ vor. Der britische Germanist Jeremy Adler findet das rechtlich fragwürdig, da es sich nach seiner Auffassung um eine Hetzschrift handelt. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk wendet er sich „dagegen, dass man aufrührerische, rassistische Texte wieder auflegt und verbreitet“ weil man nicht bestimmen könne, „wie eine solche Botschaft … aufgenommen wird …“.

Adlers Standpunkt ist grundsätzlich nachvollziehbar, wenn auch von rührender Hilflosigkeit. Ein kurzer Blick in den Internetbrowser macht deutlich, dass man das Werk jederzeit und aus verschiedenen Quellen in vollem Umfang lesen und herunterladen kann.

In den ersten vier Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg genügte es noch, „Mein Kampf“ öffentlich vorzutragen, um dessen gedankliche Erbärmlichkeit und geistige Enge zu vermitteln, denn die Erinnerung an den deutschen Hypernationalismus und dessen verheerende Folgen war der großen Mehrheit damals noch präsent. Ein geniales Beispiel der Entlarvung des Textes durch seine Rezitation lieferte Helmut Qualtinger in den 1970er-Jahren, hier der Ausschnitt einer Aufzeichnung von 1975:

Seit Mitte der 1980er-Jahre nahm die Unterordnung des Lebens unter den sich weiter globalisierenden wirtschaftlichen Verwertungskreislauf massiv an Fahrt auf. Der daraus von den politischen Führungen abgeleitete Mangel an Freiräumen führte zu einer behaupteten „Alternativlosigkeit“ und leistete in der Folge einer Wiederkehr rückwärtsgewandten nationalen Denkens Vorschub. Unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise von 2007 und einer wachsenden Fluchtbewegung aus zerstörten Staaten in Europas direkter Nachbarschaft fallen überwunden geglaubte ideologische Phrasen erneut auf fruchtbaren Boden. Man kann sich ausmalen, was geschehen wird, falls es demnächst zu einer weiteren und noch stärkeren Weltwirtschaftskrise kommen sollte.

So sehr diese neonationalistische Entwicklung zu bekämpfen ist: Mit einem Verbot von „Mein Kampf“ wird man weder positive Wirkungen erzielen noch negative Entwicklungen verhindern. Das Gebot der Stunde wäre ein neues, tiefgreifendes, gesellschaftsweites Nachdenken und Sichauseinandersetzen mit nachhaltigen Alternativen zum bestehenden Wirtschaftssystem. In unserem derzeitigen Parteienspektrum ist davon leider wenig bis gar nichts zu sehen. Dies öffnet den Raum sowohl für Demagogen als auch für schlichte Gemüter, die Heil in einer heillosen Vergangenheit suchen und dabei einen erneuten Zivilisationsbruch in Kauf nehmen.

Künstliche Intelligenz – das ist der Beweis!

Da sage noch jemand, Maschinen seien nicht intelligenter als Menschen! Warum hört bloß niemand auf diesen gescheiten Reaktor und schaltet das gescheiterte Atomzeitalter endlich ab? Es war ein fataler Irrtum, ein kreischender Totalflop, eine maßlose Selbstüberschätzung des Menschen. Weg mit Schaden!

„Let us be realists and demand the impossible: Communism.“

Der knapp einstündige Vortrag von Slavoj Žižek auf dem „Sydney Festival of Dangerous Ideas“ im Jahr 2011 ist kurzweilig und oft auch lustig. Auf jeden Fall aber anregend für jeden, der sich darüber Gedanken macht, wie ein neuer, aktueller, nachmarxscher Kommunismus aussehen könnte. Oder zumindest: worüber man unter anderem nachzudenken hätte, falls man sich ihn denn vorstellen wollte.

Bravo, Matteo!

Mit einem einzigen kurzen Satz hast Du Europas Fiasko skizziert: Wer Europa als Dienstboten nationaler Egoismen betrachtet, statt Europas Nationen als treue Diener eines geeinten größeren Gemeinsamen, der hat unseren Mutterkontinent, unsere wunderbare gemeinsame europäische Heimat schon verraten und zu Boden geschlagen. Nein Matteo, Angela, Viktor, Beata, Alexis, David und wie ihr alle heißt: Ihr habt Europa zu dienen zum Wohle aller Europäer … und zum Wohle der Welt.

Ask not what your continent can do for you — ask what you can do for your continent.

… to Ideology

Eine witzig gemachte Kurzeinführung in den manipulativen Umgang mit Angst als Mittel zur Erlangung und Sicherung von Macht. In Zeiten von AfD und Pegida auch in Deutschland wieder ein sehr aktuelles Thema. Von und mit Slavoj Žižek.

Immer weiter nach rechts

Ein K-Typ auf dem Weg zu Gustav Frenssens Grab

Auf dem Weg ins rechte Aus

Das Abziehbild des Jammerdeutschen
Der selbstverneinende europäische Platzhalter
Die höckergewordene Wette auf eine triste Zukunft
Der professionell röhrende Angstverstärker
Der angesagte Lotse ins Neue Mittelalter
und gar in die letzte Götzendämmerung
Ab dafür, Trampeltier!